Eisenmangel Prävalenz & Risikogruppen
– Infos für Ärzt:innen
Erfahren Sie mehr über die Prävalenz von Eisenmangel und Anämie sowie besonders gefährdete Patientengruppen.
Fachwissen für die ärztliche Praxis kompakt erklärt.
Inhaltsverzeichnis
Eisenmangel Prävalenz & Risikogruppen – häufig bei bestimmten Patienten
Eisenmangel ist die Mangelerscheinung, die weltweit am häufigsten vorkommt.1 Doch was bedeutet in diesem Fall häufig? Auf welche Patienten sollte man in diesem Zusammenhang besonders achten? Und was kann ein Eisenmangel für die Betroffenen bedeuten? Auf diese und andere Fragen wird hier eingegangen…
Wie häufig tritt Eisenmangel auf?
Die globale Prävalenz von Eisenmangel bzw. Anämie liegt bei 24,8 %.2 So schätzt man die Zahl der Betroffenen weltweit auf etwa 1,62 Milliarden Menschen.2 In Europa liegt die Prävalenz bei bis zu 10 %.1 Jeder zehnte Ihrer Patienten könnte demnach von einem Eisenmangel betroffen sein. Hätten Sie das gedacht?
Finden Sie HIER Informationen zur Unterstützung der Aufklärung Ihrer Patienten.
Wer ist von Eisenmangel betroffen?
Bei Frauen im gebärfähigen Alter liegt die Prävalenz des Eisenmangels etwa doppelt so hoch wie bei der Gesamtbevölkerung, nämlich bei 20 %.1 Auch Schwangere, Säuglinge, Kleinkinder und chronisch Kranke zählen zu den Risikogruppen.2,3 So konnten zum Beispiel bei Vorschulkindern Prävalenzzahlen von 47 % und bei Schwangeren von 42 % gemessen werden.2 Besonders viele Menschen mit einer Anämie findet man in Afrika, Asien und Latein Amerika.2
Wo ist Eisenmangel als Komorbidität zu erwarten?
Ein Eisenmangel trifft häufig im Zusammenhang mit bestimmten Grunderkrankungen oder Gesundheitszuständen auf.
Hierzu gehören:4
- Herzinsuffizienz (HI)
- chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED)
- chronische Nierenerkrankungen (CKD)
- abnorme uterine Blutungen vor der Menopause
- Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit
Zum Beispiel liegt bei 30–50 % der Patienten mit chronischer und 50–80 % der Patienten mit akuter Herzinsuffizienz ein Eisenmangel vor.5 Bei CED-Patienten liegt die Häufigkeit eines parallel auftretenden Eisenmangels bei bis zu 90 % (je nach Studienpopulation).6 Die Prävalenz bei CKD-Patienten wird stadienabhängig mit bis zu 85 % angegeben und nimmt mit Fortschreiten der Erkrankung zu.6
HI-Patienten
Bis zu 80% der Patienten leiden unter Eisenmangel
CED-Patienten
Bis zu 90% der Patienten leiden unter Eisenmangel
CKD-Patienten
Bis zu 85% der Patienten leiden unter Eisenmangel
Je nach Grunderkrankung kann ein zusätzlich vorliegender Eisenmangel die Lebensqualität und auch die Prognose der Patienten deutlich verschlechtern.5
Mehr zur Diagnostik und Grenzwerten bei Eisenmangel finden sie HIER.
Sie haben Interesse an verschiedenen Therapieansätzen, Wirkmechanismen und Verträglichkeitsprofilen?
Weitere Themen
Eisenmangel & Eisenmangelanämie
Eisenmangel diagnostizieren
Aufklärung unterstützen
Referenzen:
- Hastka J, Metzgeroth G, Gattermann N. Onkopedia-LeitlinieEisenmangel und Eisenmangelanämie. Stand April 2025
- McLean E, et al. Worldwide prevalence of anaemia, WHO Vitamin and Mineral Nutrition Information System, 1993-2005.Public Health Nutr 2009; 12(4): 444–454.
- Camaschella C. Iron deficiency: new insights into diagnosis and treatment. Hematology Am Soc Hematol Educ Program 2015; 2015: 8-13.
- Duncker J, et al. Eisenmangel/-anämie: auch als Komorbidität nicht zu unterschätzen. Update Europe 2024; 5: 1–15.
- Rocha BML, et al. The Burden of Iron Deficiency in Heart Failure: Therapeutic Approach. J Am Coll Cardiol 2018; 71(7): 782–793.
- Cappellini MD, et al. Iron deficiency across chronic inflammatory conditions: international expert opinion on definition, diagnosis, and management. Am J Hematol 2017; 92: 1068–1078.